Im Flow bleiben heißt: weniger Multitasking

Aktualisiert: 27. Okt.
Multitasking gilt in vielen Büros noch immer als Zeichen von Effizienz und Produktivität.
Doch zahlreiche Studien belegen das Gegenteil:
Ständige Unterbrechungen und das Jonglieren mehrerer Aufgaben wirken sich negativ auf die Motivation, den Flow und die Arbeitsleistung aus. Multitasking ist damit im Berufsalltag eine echte versteckte Produktivitätsfalle.
Hierfür gibt es verschiedene Gründe
Weniger Motivation durch Unterbrechungen: Häufige Unterbrechungen mindern die Attraktivität von Aufgaben, was dazu führt, dass Mitarbeitende weniger motiviert sind. Ein ständiger Wechsel zwischen Aufgaben macht es schwer, sich auf eine Tätigkeit zu konzentrieren. Die Konsequenz: Wir fühlen uns gestresster und weniger produktiv.
Schwächerer Flow und schlechtere Leistung: Multitasking verhindert, dass wir in den Flow-Zustand gelangen – also in das Gefühl, völlig in eine Aufgabe vertieft zu sein. Der Flow ist jedoch entscheidend für hohe Konzentration und herausragende Leistung. Wenn wir durch Multitasking in kleinen Aufgaben feststecken, sinkt unsere Fähigkeit, effizient zu arbeiten.
Mangel an Herausforderung: Durch Multitasking fühlen sich Aufgaben oft zerstückelt und weniger bedeutsam an. Ein Mangel an Herausforderung verhindert, dass wir in den Flow gelangen, was wiederum unsere Produktivität mindert. Je weniger wir uns herausgefordert fühlen, desto geringer ist unsere Arbeitszufriedenheit.
Wie man Multitasking reduziert und den Flow steigert
Im Sinne des Positiven Arbeitens sollte die Verringerung von Multitasking ein wichtiges Ziel für die Führungsarbeit (Positive Leadership) sein. Wer weniger Aufgaben gleichzeitig jongliert und sich stattdessen auf eine Tätigkeit konzentriert, erlebt häufiger das befriedigende Gefühl des Flows. Dadurch steigt nicht nur die Arbeitszufriedenheit, sondern auch die Qualität der Arbeit.
Positive Psychologie im Arbeitsumfeld setzt auf die Stärkung von Konzentration und Fokus. Multitasking kann die psychische Gesundheit langfristig negativ beeinflussen, indem es zu Burnout, Stress und Unzufriedenheit führt. Teams und Organisationen, die konzentriertes Arbeiten fördern, legen die Basis für eine positive Organisationskultur und stärken die Bindung und Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden.

Hierzu einige Ideen:
Fokus-Zeiten einplanen
Plane feste Zeitfenster ein, in denen du dich ausschließlich auf eine Aufgabe konzentrierst. Schalte Push-Benachrichtigungen und das Handy aus, um Ablenkungen zu vermeiden. Diese ungestörten Zeiten ermöglichen es, tiefer in Aufgaben einzutauchen und den Flow zu erleben.
Meetings effizient gestalten
Meetings können echte Flow-Killer sein. Reduziere ihre Anzahl und halte sie kurz und fokussiert. Längere, ausufernde Besprechungen zerstören nicht nur den Fokus, sondern führen auch zu Ermüdung und weniger produktiver Arbeitszeit.
Flexibles Arbeiten ermöglichen
Nutze flexible Arbeitszeiten oder -orte, die dir konzentriertes Arbeiten ermöglichen. Besonders das Homeoffice bietet oft die Möglichkeit, ungestört und in deinem eigenen Rhythmus zu arbeiten. Flexibilität ist ein Schlüssel, um den Arbeitsalltag individueller und produktiver zu gestalten.
Es lohnt sich also als Führungskraft, Mitarbeitende und Teams, sich bewusst mit der Reduzierung von Multitasking auseinander zu setzen. Führ mehr Produktivität und Zufriedenheit am Arbeitsplatz.
Übrigens: Sie möchten das Thema für Ihr Team oder Ihre Organisation vertiefen? Entdecken Sie meine Workshops, Trainings und Coaching-Angebote, z.B. rund um Positive Leadership.
Wissenschaftliche Quellen
Pluut, H., et al. (2024): Why and when does multitasking impair flow and subjective performance?
DGGP (2024): Multitasking und seine negativen Auswirkungen auf die Arbeitsleistung und den Flow.


