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Resilienz in Zeiten von KI und Veränderung: Warum ein Growth Mindset Mitarbeitende stärkt

  • Autorenbild: Magnus Kyre
    Magnus Kyre
  • 31. März
  • 3 Min. Lesezeit

Transformation, künstliche Intelligenz, steigender Leistungsdruck und permanente Veränderungen prägen heute den Arbeitsalltag vieler Menschen. Stress wird deshalb nicht einfach verschwinden.


Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wie können Mitarbeitende resilient bleiben und gesund mit Belastungen umgehen?


Eine aktuelle Studie zeigt, dass dabei insbesondere ein sogenanntes duales Growth Mindset eine zentrale Rolle spielt. Mitarbeitende, die an ihre eigene Entwicklung glauben und gleichzeitig überzeugt sind, ihr Arbeitsumfeld aktiv mitgestalten zu können, sind psychisch widerstandsfähiger, zufriedener und erleben weniger Belastung.


Gerade für Unternehmen wird dieses Thema immer wichtiger. Denn Resilienz ist längst kein „Soft Skill“ mehr, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für gesunde und zukunftsfähige Organisationen.


Was bedeutet ein duales Growth Mindset?


Das Konzept des Growth Mindsets geht auf die Forschung von Carol Dweck zurück. Es beschreibt die Überzeugung, dass Fähigkeiten, Kompetenzen und persönliche Stärken entwickelbar sind.


Die aktuelle Studie erweitert diesen Ansatz um eine zweite Ebene: das Arbeitsumfeld.


Ein duales Growth Mindset umfasst daher zwei zentrale Überzeugungen:


  • Ich kann mich weiterentwickeln und wachsen

  • Mein Arbeitsumfeld ist gestaltbar und veränderbar


Diese Kombination scheint besonders wirksam zu sein, wenn Menschen mit Unsicherheit, Stress oder Veränderungsprozessen konfrontiert werden.


Growth Mindset stärkt Resilienz und Wohlbefinden


Die Studie von Siu et al. (2025) mit über 600 Mitarbeitenden untersucht den Zusammenhang zwischen Mindset, Resilienz und psychischer Gesundheit im Arbeitskontext.


Die Ergebnisse sind eindeutig:


  • Mitarbeitende mit einem dualen Growth Mindset sind resilienter

  • Sie erleben weniger psychische Belastung

  • Ihre Arbeitszufriedenheit ist höher

  • Besonders unter hohem Stress wirkt das Vertrauen in die eigene Entwicklung als Schutzfaktor


Das zeigt: Nicht allein äußere Bedingungen entscheiden darüber, wie Menschen Belastung erleben. Entscheidend ist auch die innere Haltung gegenüber Herausforderungen und Veränderung.


Warum Resilienz in Unternehmen immer wichtiger wird


Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Themen wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Transformation sorgen für neue Chancen – aber auch für Unsicherheit und mentale Belastung.


Viele Mitarbeitende erleben heute steigenden Zeit- und Leistungsdruck, permanente Veränderungsprozesse, hohe Komplexität, Unsicherheit durch technologische Entwicklungen oder emotionale Erschöpfung.


Unternehmen stehen deshalb vor der Herausforderung, nicht nur Leistung zu fördern, sondern auch psychische Gesundheit und Wohlbefinden aktiv zu stärken. Genau hier wird Resilienz zu einer zentralen Zukunftskompetenz.


Resilienz ist trainierbar


Die gute Nachricht: Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, sondern kann gezielt entwickelt werden.

Besonders wirkungsvoll sind dabei Ansätze aus der Positiven Psychologie. Sie richten den Fokus nicht ausschließlich auf Probleme und Belastungen, sondern auf Ressourcen, Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten.


Menschen stärken ihre Resilienz beispielsweise durch:


  • das Erkennen eigener Stärken

  • positive Selbstwirksamkeitserfahrungen

  • lösungsorientiertes Denken

  • soziale Verbundenheit

  • sinnorientiertes Arbeiten

  • aktives Gestalten des eigenen Umfelds


Gerade in stressreichen Zeiten hilft ein Growth Mindset dabei, Herausforderungen nicht als Bedrohung, sondern als Lern- und Entwicklungsmöglichkeit zu betrachten.


Was Unternehmen konkret tun können


Organisationen können viel dazu beitragen, resiliente Mitarbeitende und gesunde Teams zu fördern. Hierzu einige Überlegungen aus der Praxis:


  1. Lern- und Entwicklungskultur stärken: Fehler, Feedback und Lernen sollten als normaler Teil von Entwicklung verstanden werden.

  2. Psychologische Sicherheit fördern: Mitarbeitende brauchen ein Umfeld, in dem sie offen sprechen, Fragen stellen und Neues ausprobieren können.

  3. Stärkenorientierte Führung etablieren: Führungskräfte sollten Ressourcen, Potenziale und Entwicklungsmöglichkeiten bewusst fördern.

  4. Selbstwirksamkeit unterstützen: Wer erlebt, Einfluss auf Situationen nehmen zu können, entwickelt mehr Resilienz.

  5. Veränderung aktiv gestaltbar machen: Transformation gelingt besser, wenn Mitarbeitende sich als Mitgestaltende statt als Betroffene erleben.


Positive Psychologie als Schlüssel für gesunde Organisationen


In meiner eigenen Arbeit erlebe ich immer wieder, wie stark Resilienz und Wohlbefinden durch Haltung, Selbstreflexion und bewusste Entwicklung beeinflusst werden können.

Nach zwei intensiven Jahren durfte ich gemeinsam mit 15 inspirierenden Kolleginnen und Kollegen die Ausbildung zum Trainer der Positiven Psychologie bei der Deutsche Gesellschaft für Positive Psychologie erfolgreich abschließen.


Dabei wurde mir erneut bewusst: Wohlbefinden und Resilienz sind keine abstrakten Konzepte. Sie entstehen dort, wo Menschen ihre Stärken erkennen, Sinn erleben und aktiv Einfluss auf ihr Leben und Arbeiten nehmen können.


Diese Erfahrungen fließen heute direkt in meine Arbeit mit Menschen, Teams und Organisationen ein – mit dem Ziel, Potenziale sichtbar zu machen und einen gesunden Umgang mit Belastung und Veränderung zu fördern.


Positive Psychologie

Studie: Siu, O. L., Yang, Y., Li, A., Wang, H., & Ng, T. K. (2025). Leveraging a dual‐focused growth mindset to boost employee resilience and work well‐being: Evidence from a two‐wave survey and an intervention study. Stress and Health, 41(4) / DGPP (2025)

 
 
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